Nur ein paar Tage nach dem 1. April, der gemeinhin als Tag der Scherze bekannt ist, findet jahrjährlich seit einiger Zeit in vielen Ländern der Welt am 04. April der Erzähle-eine-Lüge-Tag statt – so auch in Deutschland. Der in den USA auch als Tell a Lie Day bekannte kuriose Feiertag hat zur Aufgabe, andere Menschen durch absichtliche Falschaussagen zum Lachen zu bringen. Im Vordergrund steht also das Narrativ einer heiteren Lügengeschichte, die für allgemeine Belustigung sorgt und einen bewussten Ausgleich zum meist sehr getakteten Alltag darstellt.
Aufwärmspiel: Wer kennt die beste Lüge?
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Im Aufwärmspiel sollen eure Teilnehmer*innen ihre Kreativität und ihren Teamgeist unter Beweis stellen. Teilt sie dafür in zwei Teams ein. Ihr selbst fungiert dabei als die Person, welche die Lügen beider Mannschaften erraten muss. Die Schwierigkeit besteht nun darin, dass ihr als ratende Person der Gruppe, welche die Frage stellt, jeweils eine Kategorie nennt, aus der die Frage gestellt worden soll, die entweder Lüge oder Wahrheit ist. Das erfordert Kreativität und gute Kommunikation innerhalb der Gruppe. Jede Gruppe stellt 10 Fragen. Welches Team mehr Gruppen als Wahrheiten verkaufen und euch als Rateperson somit täuschen konnte, gewinnt. Für dieses Spiel sind 15 Minuten Zeit einzuplanen. Benötigt werden eine Stoppuhr und Schreibpapier für beide Gruppen mit Kugelschreiber, sodass diese ihre Ideen festhalten können.
Thematische Einführung für die Teilehmer*innen
Wahrscheinlich macht jeder von euch ab und an das, was man eigentlich nicht soll – lügen. Und dennoch sind sie manchmal auch unabdingbar. Etwa dann, wenn es um Notlügen geht, um eine andere Person nicht emotional zu verletzen. Am 04. April eines jeden Jahres soll jedoch in Form des kuriosen Feiertags Erzähle-eine-Lüge-Tag vielmehr die lustige Seite von Unwahrheiten betrachtet werden, es sollen also Menschen aus dem eigenen Umfeld durch absurde Behauptungen zum Lachen gebracht werden. Forschende betrachten dies durchaus als gewinnbringend, da so auch die Chance auf einen lustigen Ausgleich vom meist sehr geordneten Alltag in Form eines gemeinschaftlichen, lustigen Erlebnisses besteht.
Workshop und Projekt: Sollten wir über Unwahrheiten lachen?
Zu Beginn des Workshops soll es um die Frage gehen, weshalb Menschen lügen. Da dies eine Frage ist, die auch den Einzelnen sehr bewegt, sollen eure Teilnehmer*innen in Kleingruppen von je maximal vier Personen aufgeteilt werden. Jede Kleingruppe erhält dabei von euch als Gruppenleietr*in Recherchematerial (z.B. Flyer, Broschüren) sowie Recherchemittel (z.B. Notebook oder das Smartphone der Teilnehmer*innen). Jede Kleingruppe soll einen unterschiedlichen Komplex betrachten, das können z.B. die Gefahr von Lügen sein, Lügen im Alltag und Unwahrheiten und Skurilles, das Menschen zum Lachen bringen soll, um ihnen etwas Glück und Unbeschwertheit zu schenken. Im anschließenden zweiten Teil, dem Projekt, sollen eure Teilnehmer*innen gebündelt ihre erworbenen Kompetenzen aus dem Workshop zusammenbringen und in Form eines kleinen Panels diskutieren, inwiefern Lügen kontextabhängig sind und weshalb sie auch eine befreiende Wirkung haben können. Auf einem großen Plakat mit Zeichnungen kann in Form einer Mindmap das Ergebnis festgehalten werden. Plant für den Workshop und das Projekt je 15 Minuten an Zeit ein.
Spielelement: Vom Prusten und Schluckauf beim Lügen
Bei dem Spielelement nun soll ganz der Spaß für eure Teilnehmer*innen im Vordergrund stehen, auch etwas Comedytalent und Einfallsreichtum sind gefragt. Bereitet ein Spielfeld vor, bei dem ein Podium mit Tisch, Stuhl und Wasserbecken steht. Fünf Meter vor diesem Punkt soll eine Markierung angebracht werden, das ist der Performance-Spot. Freiwillig darf sich zunächst jemand als Lügenrichter*in melden, der*die auf der Richter*innenbank Platz nimmt. Der Rest der Gruppe tut sich 10 Minuten zusammen und denkt sich skurille, lustige Unwahrheiten aus. Es duelliert sich ein*e Teilnehmer*in mit dem*der Lügenrichter*in, es geht je um einen Punkt. Mit laufender Spielzeit können Punkte als Wette eingesetzt werden. Wer die meisten Punkte holt, gewinnt das Spiel. Vor jeder auf dem Performance-Spot geschildderten Unwahrheit nimmt der*die Richter*in einen großen Schluck Wasser. Anschließend hat der*die Kandidat*in 60 Sekunden Zeit, um seine*ihre Unwahrheit zu erzählen. Sofern der*die Richter*in vor Lachen prusten muss, gewinnt der*die Kandidatin einen Punkt. Bei diesem Spiel wird nicht nur der*die Lügenrichter*in ins Lachen kommen! Es gilt also für das Performance-Team möglichst lustige Unwahrheiten als Gruppe zu entwerfen. Plant hierfür circa 30 Minuten an Zeit ein. Sofern die Sonne scheint und es schon angenehm von den Temperaturen ist, kann das Spiel auch wunderbar im Freien stattfinden.
Abschlussrunde mit Diskussion
Bevor ihr nun eure Teilnehmer*innen nach Hause verabschieden könnt, sollen alle als Gruppe nochmals den Tag reflektieren und die wichtigsten Erkenntnisse und Eindrücke miteinander besprechen und teilen. Greift dafür auf die nun folgenden Fragen für das Gruppengespräch zurück:
– Bist du der Meinung, dass eine lustige Lüge auch angebracht sein kann, wenn sie andere Menschen aufheitert?
– Findest du den April besonders toll, weil sowohl der 01. April als auch der 04. April Tage zum Scherzen sind?
– Welche Einstellung hast du persönlich zum Erzähle-eine-Lüge-Tag?
– Wem möchtest du gerne mal eine Lüge erzählen und damit diese Person zum Lachen bringen?
Weiterführende Links zur Recherche für Jugendleiter*innen
1. Kommunikation stärken mit diesem Spielen
2. Humorforschung
Materialliste
– Plakatpapier
– Buntstifte, Kugelschreiber, Filzstifte
– Stoppuhr
– Leibchen
– Tisch, Stuhl, Schüssel
– Handtuch
– Broschüren, Flyer (Recherchequellen)
– Smartphone, Notebook (Recherchemittel)